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Währungsrisiko

Die Absicherung gegen Währungsrisiko

Dieses Risiko ist dem Auslandsgeschäft eigen. Wird im Kaufvertrag vereinbart, daß zum Beispiel beim Export Ihr Geschäftspartner nicht im Euro sondern in einer Fremdwährung (englisches Pfund, US-Dollar) zu zahlen hat, so besteht das Währungsrisiko darin, daß Sie später weniger in Euroeinlösen, als Sie ursprünglich kalkuliert hatten. Müssen Sie als Importeur eine Rechnung in ausländischer Währung bezahlen, tragen Sie hier genauso das volle Kursrisiko.

Der Grund liegt darin, daß die Wechselkurse - also der Preis, den Sie für zum Beispiel 1 Euro in US-Dollar zahlen müssen - nicht festgelegt sind; man spricht auch von flexiblen Wechselkursen. Sie können sogar ganz erheblich schwanken, wie gerade die Entwicklung des Dollarkurses in der letzten Zeit zeigt.

Ein Beispiel soll diese Problematik verdeutlichen: Ein amerikanischer Importeur zahlt für Ihre Waren 1.500 US-Dollar. Das war zuvor Gegenstand des Kaufvertrages, weil die Waren des Exporteurs in Deutschland 1000 Euro wert sind, und 1 Euro genau 1,50 Dollar gekostet hat.
Jetzt sinkt aber der Eurokurs auf 1,40 Dollar. Daraufhin erhält der Exporteur von seinem amerikanischen Geschäftspartner zwar immer noch 1.000 US-Dollar. Diese sind aber nur noch 1.400 Euro wert; dem Exporteur in Deutschland entsteht also ein Verlust von 100 Euro.
Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, das Währungsrisiko zu vermeiden oder wenigstens zu verringern.

Die größte Sicherung bietet selbstverständlich die Fakturierung in Euro. Dann übernimmt nämlich der Importeur im Ausland das gesamte Kursrisiko alleine. Er muß zum vereinbarten Zeitraum die Summe in Eurobereithalten - in unserem Beispiel also 1.500 Euro - egal, wieviel er dafür in seiner Währung bezahlen muß. Wenngleich der überwiegende Teil aller deutschen Exporte auf diese Weise abgerechnet wird (ca. 80%), so läßt sich die Euro-Fakturierung dennoch nicht immer durchsetzen. Im deutschen Importgeschäft werden ca. 40% in Euro fakturiert.

Läßt sich das Währungsrisiko nicht vollständig ausschließen, so bietet der Währungskredit eine elegante Lösungsmöglichkeit. Der deutsche Exporteur nimmt in der Währung, in der fakturiert wird - also zum Beispiel in US-Dollar - , genau jenen Betrag als Kredit auf, den die Verkaufssumme ausmacht. Die so erhaltene Devisen tauscht der Exporteur dann in Euro um. Kommen die Zahlungen in Fremdwährung herein, tilgt der Exporteur mit diesen den Kredit. Der Vorteil liegt darin, daß der Kredit die Wechselkursentwicklung mitmacht, weil er ja in ausländischer Währung aufgenommen wurde. Die dafür notwendig zu zahlenden Zinsen sollten von vornherein in den Preis einkalkuliert werden. Dieses Kreditgeschäft ist beim Export möglich mit Banken im Importland, aber auch mit jenen in der Bundesrepublik.

Das Währungsrisiko ist um so größer, je länger der Zeitraum zwischen Vertragsabschluß und Bezahlung ist. Oft liegen zwischen diesen Terminen Jahre. Häufig wird daher der Abschluß eines Devisentermingeschäfts empfohlen. So verkaufen dann die Devisen, die Sie erst später bekommen, schon heute zu einem festgelegten Kurs. Seien Sie damit jedoch vorsichtig: Da niemand die künftige Kursentwicklung voraussehen kann, wird man Ihnen in der Regel nur einenniedrigen Kurs anbieten.
Die Forfaitierung ist auch eine Möglichkeit das Währungsrisiko einzuschränken, da die Bank oder Forfaitierungsgesellschaft das Wechselkursrisiko übernimmt, weshalb diese Alternative jedoch recht teuer ist.

Ein weiterer Weg ist die Absicherung des Währungsrisikos durch eine Euler Hermes-Versicherung (s.o.). Hierbei besteht allerdings eine Vorlaufzeit von zwei Jahren; das Verfahren ist also relativ schwerfällig.
Ist Währung Ihres Geschäftspartners besonders großen Schwanken unterworfen, so sollten Sie versuchen, auf eine andere Fakturierungsbasis auszuweichen. Meist einigt man sich dann auf den US-Dollar, obwohl dieser auch nicht immer stabil ist. Man kann versuchen, das Kursrisiko als Spekulation mitzumachen, und hoffen, daß Währungsgewinne den Gewinn aus dem eigenen Geschäft erhöhen. Besser ist jedoch, sich der Spekulation zu enthalten und eine gesunde Kalkulationsbasis zu suchen, wie sie die obengenannten Möglichkeiten bieten. Für eine Beratung stehen die Kreditinstitute zur Verfügung.