Auf Stellensuche: Erfolgsfaktor Personal Branding

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© olly18, depositphotos.com

Der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt: Zwar klagen einige Unternehmen über ein steigenden Fachkräftemangel, verschweigen aber, dass sie einen Teil der Schuld durchaus selbst tragen. Denn in vielen Branchen werden immer höhere Anforderungen an die Bewerber herangetragen.

Viele Qualifikationen werden mittlerweile als eine Selbsverständlichkeit betrachtet, sodass es kaum noch möglich ist, sich auf diese Weise von der Konkurrenz abzusetzen. Bei Berufseinsteigern kommt dann noch die fehlende Erfahrung in der Arbeitswelt hinzu, die von vielen Personalern als besonderer Makel empfunden wird. An dieser Stelle setzt Personal Branding an: Durch die eigene Imagepflege lassen sich die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt beträchtlich erhöhen.

Sollte man sich merken: Personal Branding immer wichtiger

Der Begriff „Personal Branding“ ist neu und vermutlich nicht für jeden geläufig. Dabei handelt es sich prinzipiell Marketingmaßnahmen für die eigene Person. Im Fokus stehen die eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten; durch geschickte Eigenvermarktung wird das eigene Image aufgewertet. In Zeiten der Digitalisierung, in denen sich beinahe jede Informationen online finden lässt und auch Arbeitgeber sich auf der Suche nach Angestellten zunehmend ins World Wide Web begeben, wird die Schärfung des eigenen Profils immer wichtiger.

Den einen oder anderen Bewerber mag diese Entwicklung beängstigen – richtig genutzt ergeben sich aber vor allem Chancen. Natürlich kann der Blickwinkel eingenommen werden, dass die Vielzahl der Möglichkeiten vor allem die Anzahl der Optionen für den Arbeitgeber erhöht. Zusätzliche Konkurrenten vereinfachen den Berufseinstieg natürlich keinesfalls. Durch eine geschickte Herausstellung der eigenen Fähigkeiten lassen sich diese neuen Möglichkeiten allerdings gezielt für sich nutzen.

Profil auf Jobbörse als erster Schritt

Natürlich ist es naheliegend, sich auf einer Jobbörse wie Monster.de ein eigenes Profil zu erstellen. Dort lassen sich die eigenen Stärken und Alleinstellungsmerkmale ausführlich herausarbeiten. Der Vorteil bei einem solchen Profil: Personaler im Unternehmen werden direkt angesprochen. Natürlich bilden diese Jobbörsen auch für das Recruiting die erste Anlaufstelle. Der entscheidende Unterschied beim Personal Braninding besteht allerdings darin, über die obligatorische Nutzung von Jobbörsen hinauszugehen. Der potentielle Arbeitgeber soll im Web nach einem Bewerber suchen und über die Treffer etwas über die Qualifikation der Person erfahren.

Feiner Unterschied: Werbung und Personal Branding sind nicht dasselbe

Dieses positive Image lässt sich beispielsweise durch aktive Profile in sozialen Netzwerken oder eigene Blogs schaffen. Dabei sollten in einem Blog nicht ausschließlich die persönlichen Stärken herausgestellt werden – für diese Art von Werbung dürften die meisten Personalchefs wenig empfänglich sein. Natürlich ist es erlaubt und durchaus sinnvoll, durch eine eigene Web-Präsenz auf sich aufmerksam zu machen. Dabei sind Qualifikationen, Erfahrungen und Referenzen stets gefragt, weil sie eine recht objektive Beurteilung erlauben.

Eine übertriebene Eigenwerbung allerdings erscheint fehl am Platz. Wer es hier an Fingerspitzengefühl fehlen lässt, erweckt leicht den Eindruck von Arroganz oder Selbstüberschätzung. Zudem beweist ein ausgewogenes Gesamtbild, dass der Gestalter sich Gedanken über die Außenwirkung gemacht hat. Voraussetzung für die eigene Selbstvermarktung ist eine eigene Domain. Die Registrierung ist einfach und kostengünstig, sollte allerdings schnell erfolgen: Weil der eigene Name am geeignetsten erscheint, sind diese Domains oft schnell vergeben. Zusätzliche Variationsmöglichkeiten ergeben sich durch die neuen Top Level Domains. Auch Endungen wie .hotel oder .music sind heute erlaubt. Der Bezug zur Branche wirkt nicht nur originell, sondern vermittelt dem Betrachter schnell, worum es bei der Website inhaltlich geht.

Die eigene Expertise demonstrieren

Anstelle der offensichtlichen Selbstdarstellung steht eine viel subtilere Vermittlung der eigenen Fähigkeiten im Vordergrund: Der künftige Angestellte sollte zeigen, dass er sich in seinem Fachgebiet auch wirklich auskennt. Er sollte also vielmehr über ein Thema seines Fachbereichs schreiben und damit ganz indirekt seine Kompetenz unter Beweis stellen. Auch Experteninterviews erfüllen diese Funktion: Es geht dabei keinesfalls darum, dass das Thema direkt für das Unternehmen interessant sein muss.

Entscheidend ist es, dem Betrachter einen Eindruck über die Expertise zu vermitteln. Zudem lassen sich auf diese Weise Kontakte knüpfen: Durch eine Kommentar-Funktion erhält der Blogger direktes Feedback seiner Leser – auch auf diese Weise können Netzwerke entstehen. Wichtiger als die Anzahl der Bekanntschaften ist allerdings die Qualität. Allzu flüchtige Beziehungen helfen bei der Jobsuche kaum weiter. Durch neue Artikel im thematisch relevanten Bereich sollten die Verbindungen zur Leserschaft regelmäßig gestärkt werden.

Persönliche Empfehlungen als Erfolgsfaktor

Der Aspekt des Netzwerkens steht beim Personal Branding damit im Mittelpunkt. Insbesondere aber Profile in sozialen Business-Netzwerken, wie z.B. Xing können von Nutzen sein, da viele Head-Hunter die sozialen Profile durchforsten, um nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Ein lückenloses Profil und eine gute Verlinkung sind dabei natürlich von Vorteil. Häufig ergeben sich Arbeitsverhältnisse aber auch aus persönlichen Empfehlungen oder Kontakten. Beziehungen, die im Kontext mit den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen stehen, sind daher von besonderem Vorteil. Sie können den entscheidenden Unterschied bedeuten, wenn mit einem anonymen Bewerber konkurriert wird.

Fazit: Chancen der Digitalisierung nutzen

Somit zeigt sich: Die Digitalisierung ist durchaus mit neuen Chancen verbunden, wenn die Möglichkeiten sinnvoll genutzt werden. Mit dem Instrument „Personal Branding“ lässt sich ohne großes Marketing-Budget Eigenwerbung betreiben, die das eigene Image positiv herausstellt und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt somit nachhaltig erhöhen. Durch die Bildung eines Netzwerks ergeben sich häufig Kontakte und Möglichkeiten, die bei der konventionellen Stellensuche verschlossen bleiben würden.

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